Social Distancing

Social Distancing

Die Bundesregierung aktualisiert die Regelungen und Beschränkungen im öffentlichen Leben aktuell beinahe täglich. Viele Menschen leiden besonders unter dem Social Distancing, weil sie für gewöhnlich regelmäßige Kontakte zu anderen unterhalten. Zu Beginn der Einschränkungen wurde verhängt, man dürfe sich außerhalb der eigenen Wohnung nur mit einer anderen Person treffen (es sei denn, man lebte mit den Personen in einem Haushalt zusammen) und auch innerhalb der eigenen Wohnung sollten soziale Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Inzwischen wurde die Regelung leicht gelockert, aber es gilt immer noch, Social Distancing zu betreiben. 

Was ist Social Distancing? 

Social Distancing ist ein englischer Begriff, der irrtümlich mit sozialer Distanzierung ins Deutsche übersetzt wird und impliziert, eine soziale Trennung von anderen Menschen sei beabsichtigt. Darum geht es bei Social Distancing aber gar nicht. Soziales Leben soll eingeschränkt weiter stattfinden, aber mit räumlicher Distanzierung. Zwischen aufeinandertreffenden Menschen sollen je nach Quelle 1,5 bis 2,5m Abstand eingehalten werden. Außerdem sollte sich nicht umarmt oder die Hände geschüttelt werden. 

Es handelt sich bei dieser Maßnahme um einen Aspekt der Infektionskontrolle, die die Ausbreitung des neuartigen Virus Covid-19 eindämmen soll. Das Virus wird nach aktuellem Forschungsstand per Tröpfchen, also hauptsächlich durch Niesen und Husten übertragen. Durch das Einhalten eines Sicherheitsabstands soll die Gefahr einer Ansteckung reduziert werden. 

Neben dem Abstandhalten ist aber die Isolation das hilfreichste Hilfsmittel. Deshalb besteht das Social Distancing nicht nur daraus, anderen Menschen nicht zu nah zu kommen, sondern den Kontakt allgemein zu reduzieren. Viele Geschäfte und Büros waren wochenlang geschlossen, Angestellte und Schüler ins Home-Office geschickt. Die Regel, man solle den Kontakt so weit wie möglich herunterfahren und sich nur mit einer bestimmten Anzahl an Menschen treffen, stellt den direkteren sozialen Aspekt des Social Distancing dar. 

Was Social Distancing bewirkt – eine Infografik

Die mathematische Grundlage des Social Dinstancing ist die Basisreproduktionszahl, auf die sich aktuell besonders das Robert-Koch-Institut oft bezieht. Sie stellt die durchschnittliche Zahl der von einer infizierten Person angesteckten weiteren Personen dar. Dabei wird von einer einheitlichen Infektionsanfälligkeit in der Gesellschaft ausgegangen. 

Die Basisreproduktionszahl wird in der Corona-Krise regelmäßig neu berechnet – anhand der Zahl der Gesamtbevölkerung, der Zahl der bereits verzeichneten Infizierungen und der Zahl der Neuinfizierungen. Zu Beginn des Ausbruchs und damit zu dem Zeitpunkt als das Social Distancing zuerst verhängt worden ist, ging man aufgrund von Berechnungen des US-Forschers Robert A. J. Singer davon aus, dass ein Infizierter bei regulärem Kontakt innerhalb von 30 Tagen 406 andere Personen angesteckt hätte. Bei einer Reduktion des intensiven Kontakts um 50% wären es nur noch 15 und bei einer Reduktion um 75% sogar nur noch 2,5 weitere Infizierte gewesen. 

Besonders in der Pandemie durch Covid-19 ist Social Distancing wichtig, weil nicht jeder Infizierte sofort oder überhaupt symptomatisch auffällt. Bevor eine Person bemerkt, dass sie selbst angesteckt sein könnte, vergeht teilweise eine ganze Woche, in der sie andere infizieren kann. Forscher gehen davon aus, dass viele Infizierte außerdem komplett asymptomatisch bleiben und deshalb nur reiner Träger des Virus sind.

Die negativen Auswirkungen von Social Distancing 

Der Mensch ist im Allgemeinen ein soziales Wesen und darauf ist unsere Gesellschaft auch hauptsächlich ausgerichtet. Es gibt solche, die lieber für sich bleiben oder sich in sozialen Kontexten unwohl fühlen, aber generell kann der Mensch schon als “Herdentier” bezeichnet werden. Nicht jeder kommt mit dem Social Distancing deshalb gleich gut klar. 

Wer in einer WG oder mit seiner Familie zusammenlebt, hat es noch verhältnismäßig gut, weil regelmäßiger Kontakt stattfindet. Wer allein lebt, hat es da schon schwieriger. Man darf nur wenige andere Menschen treffen und sollte wenn möglich räumlichen Abstand halten. 

Am meisten leiden vermutlich Angehörige der Risikogruppen: Im Krankenhaus, Alters- oder Pflegeheim lebende Menschen durften über mehrere Wochen keinerlei Besuch bekommen – aus Sicherheitsgründen.   

Nicht wenige Forscher haben sich in den letzten Wochen zu Wort gemeldet und die negativen Konsequenzen des Social Distancing angesprochen. Ganz vorn dabei waren psychische Beschwerden und sogar klinisch diagnostizierbare Depressionen. Gerade deshalb wägt die Bundesregierung immer ab, wie lang welche Auflage weiter eingehalten werden soll und wo Lockerungen möglich sind. 

Die aktuellen Lockerungen 

Nachdem Deutschland einen wochenlangen Zustand erlebt hat, der einem Lockdown sehr nah kam, gibt es Lockerungen: Einige Kinder und Jugendliche dürfen wieder in den Kindergarten und die Schule, Geschäfte dürfen wieder öffnen, der Kontakt zu mehr Menschen ist erlaubt worden. Das Problem: Das Robert-Koch-Institut und andere sagen vorher, dass die Ansteckungszahlen wieder steigen werden. 

Um dem vorzubeugen gibt es eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. Auch in anderen Situationen wird das Tragen eines Mund-, Nasenschutzes empfohlen. Sich an die Pflicht zu halten nützt allen, weil auch diese eine Maßnahme in der Eindämmung der Ausbreitung darstellt. Im Idealfall kann damit eine Balance gefunden werden zwischen dem Pflegen sozialer Kontakte und dem Schutz der Bevölkerung. 

Angaben ohne Gewähr, basierend auf den Quellen: 

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4umliche_Distanzierung

https://www.sparkasse.de/aktuelles/coronavirus-social-distancing.html?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=2020_kri_gsk&utm_content=e9&gclid=CjwKCAjwkun1BRAIEiwA2mJRWW1e_NxoVExNMT6Me3Xl7dvtnMdIOy45eYX6QmTCafNNOMfyQjWsyBoCDYcQAvD_BwE

https://de.statista.com/infografik/21186/was-social-distancing-beim-coronavirus-bewirkt/

https://www.zusammengegencorona.de/informieren/praevention/

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